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Härteverlaufsmessung

Die Härteverlaufsmessung dient der Bestimmung der Härteverteilung über die Tiefe oder Dicke eines Werkstücks. Sie ermöglicht die quantitative Erfassung des Übergangs von harten Randbereichen zum weicheren Kernmaterial und liefert wichtige Informationen über die Eigenschaften von Randschichten, Beschichtungen und Schweißverbindungen.

Die Prüfung erfolgt im Querschliff durch eine Reihe von Härteeindrücken mit kleinen Prüflasten, die von der Oberfläche beziehungsweise vom Rand aus in Richtung Werkstückmitte gesetzt werden. Aus den gemessenen Härtewerten wird ein Härte-Tiefen-Verlauf erstellt, der eine detaillierte Bewertung der Werkstoffeigenschaften und der Qualität von Wärmebehandlungen, Schweißungen und Randschichten ermöglicht.

Härteprüfpunkte am Bauteilrand

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Ein wesentliches Anwendungsgebiet ist die Bestimmung der Einhärtetiefe von randschichtgehärteten Bauteilen. Hiermit lässt sich überprüfen, ob die geforderte Härtetiefe erreicht wurde und die Wärmebehandlung die gewünschten Werkstoffeigenschaften erzeugt hat. Je nach Härtungsverfahren wird zwischen Einsatzhärtetiefe (CHD bzw. Eht), Randschichthärtetiefe (SHD bzw. Rht) und Nitrierhärtetiefe (NHD bzw. Nht) unterschieden.

Die Härteverlaufsmessung dient darüber hinaus der Untersuchung von Schweißverbindungen. Durch die Bestimmung der Härteverteilung im Schweißgut, in der Wärmeeinflusszone und im Grundwerkstoff lassen sich Veränderungen der Werkstoffeigenschaften sowie Bereiche mit erhöhter Sprödigkeit oder verminderter Festigkeit zuverlässig erkennen und bewerten.

Auch in der Schadensanalyse ist die Härteverlaufsmessung ein wichtiges Untersuchungsverfahren. Sie ermöglicht die Identifikation lokaler Härteabweichungen, die beispielsweise auf ungeeignete Wärmebehandlungen, Verarbeitungsfehler, Werkstoffinhomogenitäten oder unzulässige Betriebsbeanspruchungen zurückzuführen sind. Die Ergebnisse liefern wertvolle Hinweise auf die Schadensursache und bilden eine wichtige Grundlage für die Optimierung von Werkstoffen, Fertigungsprozessen und Bauteilauslegungen.

Typische Anwendungen:

  • Härte-Tiefen-Verlauf von wärmebehandelten Bauteilen
  • Bestimmung der Einhärtetiefe (CHD/Eht, SHD/Rht, NHD/Nht)
  • Qualitätskontrolle von Wärmebehandlungen
  • Härteverteilung in Schweißnähten
  • Untersuchung von Beschichtungen und Randschichten
  • Nachweis von Inhomogenitäten oder lokalen Gefügeveränderungen

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