Startseite ISO 21920: Neue Norm für Rauheit

Oberflächenspezialisten in Karlsruhe für
DIN EN ISO 21920: Neue Norm für Rauheit und Oberflächenbeschaffenheit

Die ISO 21920 verändert die Anforderungen an Oberflächenangaben grundlegend. Viele bisher übliche Rauheitsangaben reichen heute nicht mehr aus oder werden durch neue Vorgaben ergänzt.

Für eine eindeutige und funktionsgerechte Spezifikation müssen je nach Anwendung zusätzliche Angaben wie Messrichtung, Filter oder Bewertungsregeln berücksichtigt werden. So lassen sich Fehlinterpretationen, Reklamationen und unnötige Kosten vermeiden.

Vergrößerte Materialoberfläche zur Analyse von Verschleiß und Strukturveränderungen

ISO 21920 in der Praxis: Beispiel und betroffene Fachbereiche

Oberflächensymbol nach ISO 21920-1:2021

Oberflächensymbol nach ISO 21920-1:2021

Die neue ISO 21920 betrifft:

  • Konstruktion
  • Arbeitsvorbereitung
  • Fertigung
  • Qualitätssicherung
  • Messtechnik
  • Lieferantenkommunikation

Unklare oder veraltete Oberflächenangaben können heute schnell zu:

  • Reklamationen,
  • Abweichungen,
  • Messkonflikten oder
  • Haftungsproblemen führen.

Unsere Seminare

Seminar zur ISO 21920: Rauheit normgerecht spezifizieren und messen

Lernen Sie, Oberflächen so zu spezifizieren, dass Bauteile zuverlässig funktionieren und Reklamationen vermieden werden.

Nach dem Seminar können Sie

  • Oberflächen funktionsgerecht spezifizieren
  • technische Zeichnungen nach ISO 21920 sicher erstellen
  • geeignete Rauheitskennwerte auswählen
  • Messberichte richtig interpretieren
  • Reklamationen vermeiden
  • Fertigungskosten durch passende Spezifikationen reduzieren
  • Konstruktion, Fertigung und Qualitätssicherung auf eine gemeinsame Basis stellen

FAQ

Häufige Fragen zur
DIN EN ISO 21920

Die ISO 21920 ist die aktuelle Norm für die Spezifikation und Messung der Oberflächenrauheit. Sie ersetzt die bisherigen Normen wie ISO 1302, ISO 4287, ISO 4288, ISO 13565-2, ISO 13565-3 und definiert neue Regeln für Oberflächenangaben auf technischen Zeichnungen.

Die ISO 21920 führt neue Oberflächensymbole, Default-Regeln und Spezifikationsmöglichkeiten ein. Dadurch werden Oberflächen eindeutiger beschrieben und Messergebnisse besser vergleichbar.

Der Rauheitskennwert Ra reicht häufig nicht aus, um die Funktion einer Oberfläche zu beschreiben. Er erfasst lediglich die mittlere Rauheit und besitzt keinen Funktionsbezug. Für viele technische Anwendungen – beispielsweise hinsichtlich Dichtheit, Reibung, Verschleiß oder Haftung – sind daher funktionsorientierte Rauheitskennwerte erforderlich.

Das hängt von der Bauteilfunktion ab. Neben Ra kommen häufig Rz, Rmr, Rp, Rv, Rpk, Rk, Rvk, Rsk, Rq, Rdq uvm. zum Einsatz. Entscheidend ist, die Kennwerte passend zur Funktion auszuwählen.

Das neue Symbol nach ISO 21920 ermöglicht neben dem Rauheitskennwert auch Angaben zu Messbedingungen und Bewertungsregeln. Dadurch werden Oberflächen eindeutig spezifiziert.

Werden bestimmte Angaben nicht gemacht, gelten automatisch die Default-Regeln der ISO 21920. Sie betreffen unter anderem Filter, Messstrecken und Bewertungsregeln.

Je nach Anwendung können Angaben zur Messrichtung, Filtereinstellung, Messstrecke oder Bewertungsregel erforderlich sein. Die ISO 21920 legt fest, welche Informationen benötigt werden.

Rmr eignet sich besonders für tragende und dichtende Oberflächen. Er beschreibt den Materialanteil der Oberfläche und ist für viele Funktionsflächen aussagekräftiger als Ra. Auch für Presssitze ist er hervorragend geeignet, sowie für alle Verbindungen, die sich durch äußere Beanspruchungen nicht lösen sollen.

Es gibt keine allgemeingültige Rauheitsangabe für Dichtflächen. Sie hängt von Dichtung, Werkstoff und Einsatzbedingungen ab. Es lässt sich jedoch sagen, dass einzelne Kennwerte dafür nicht ausreichen und Rz und Ra schon gar nicht geeignet sind.

Ausgangspunkt ist immer die Bauteilfunktion. Erst daraus werden geeignete Rauheitskennwerte, Grenzwerte und Messbedingungen nach ISO 21920 festgelegt. So lassen sich Funktion, Fertigung und Qualität optimal aufeinander abstimmen.