ISO 21920
neue Norm für Rauheit und Rauheitsmessung
Mit der Einführung der neuen GPS-Norm ISO 21920:2021 für die Oberflächenrauheit haben sich die internationalen Normen zur Charakterisierung von Oberflächenstrukturen wesentlich weiterentwickelt. Die neue Norm bringt zahlreiche Änderungen für die Rauheitskenngrößen, die Rauheitsmessung und die Oberflächenangaben in Zeichnungen mit sich. Die ISO21920 löst die bisherigen Normen ISO 1302, ISO 4287, ISO 4288 und ISO 13565 ab und sorgt für mehr Klarheit, Vergleichbarkeit und Zukunftssicherheit in der Oberflächenmesstechnik.

ISO 21920 – Die neue Norm für Oberflächenrauheit
Durch die Einführung der Normenreihe ISO 21920 wurde die Messung und Bewertung von Oberflächenrauheit auf ein neues Fundament gestellt.
Was ist neu?
- Einheitliche Struktur: ISO 21920 fasst bisher verteilte Inhalte zusammen und schafft ein klares, modernes Regelwerk.
- Präzisere Kenngrößen: Neben klassischen Profilkennwerten werden nun auch 3D-Flächenparameter stärker berücksichtigt.
- Anwendungsorientiert: Die Norm ist praxisnah gestaltet und erleichtert Konstrukteuren, Qualitätsprüfern und Fertigern die Kommunikation.
- Zukunftssicher: Sie berücksichtigt moderne Fertigungsverfahren und Messmethoden, die in Industrie 4.0 und digitaler Fertigung eine zentrale Rolle spielen.
Warum ist die neue Norm wichtig?
- Internationale Vergleichbarkeit: Einheitliche Vorgaben sorgen für Konsistenz weltweit.
- Qualitätssicherung: Oberflächen spielen eine entscheidende Rolle für Funktion, Verschleiß und Lebensdauer von Bauteilen.
- Kosteneffizienz: Klare Regeln vermeiden Missverständnisse und reduzieren Nacharbeit.
Die neue ISO21920:2021 ist mehr als ein Update – sie ist der neue Standard für die Rauheitsmessung der Zukunft. Wer heute auf ISO 21920 setzt, stellt seine Fertigung und Qualitätssicherung auf ein sicheres Fundament für die kommenden Jahre.
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Oberflächenangaben Zeichnungen
ISO 21920-1:2021 (Auszug der Änderungen)
- Der Teil 1 der neuen Norm ersetzt die bisherige ISO 1302 für die Zeichnungseintragungen mit vielen Änderungen.
- Für die Auswertelängen-Kenngrößen kann die Auswertelänge (Messstrecke) am Oberflächensymbol definiert werden.
- Für die Abschnittslängen-Kenngrößen kann die Auswertelänge durch Angabe der Abschnittslänge und der Anzahl der Abschnitten definiert werden.
- Der Default für die Toleranzakzeptanzregel (Messstrategie) ist nicht mehr die 16%-Regel.
- Neu ist die Median-Toleranzakzeptanzregel als weitere Messstrategie.
- Die geforderte Profilrichtung (Messrichtung) kann am Oberflächensymbol angegeben werden.
- Durch die Angabe der Nummer der Einstellungsklasse (Sc) können die Messbedingungen definiert werden.
Oberflächensymbol
Die profilhaften Angaben der Oberflächenbeschaffenheit in der ISO 21920-1 bestimmen die Anforderungen an die Oberfläche und die Einstellungsparameter für die Messung.

- a: Toleranztyp
- b: Symbol für Kenngrößen
- c: Toleranzgrenzwert der Kenngröße
- d: Toleranzakzeptanzregel
- e: Typ des Profil-S-Filters
- f: Nesting-Index des Profil-S-Filters
- g: Typ des Profil-L-Filters
- h: Nesting-Index des Profil-L-Filters
- i: Abschnittslänge
- k: Anzahl Abschnitte
- m: Auswertelänge
- n: Assoziationsverfahren und Element des Profil-F-Operators
- p: Nesting-Index des Profil-F-Operators
- q: Verfahren der Profilerfassung
- r: Platzhalter für das OR(n)-Symbol für andere Anforderungen
- s: Fertigungsprozess
- t: Oberflächenrillen/Richtung der Bearbeitungsspuren
- u: Profilrichtung (Messrichtung)
Kenngrößen
ISO 21920-2:2021 (Auszug der Änderungen)
- Im Teil 2 der neuen Norm werden die Kenngrößen für Primär-, Rauheit- und Welligkeitsprofil definiert, wodurch die ISO 4287, ISo 13565-2, -3 abgelöst werden
- Die Mittlere Rautiefe Rz wird zur maximalen Höhe des Rauheitsprofils Rz.
- Die maximale Rautiefe Rmax wird wieder aufgenommen, aber die Berechnung für die neue Kenngröße Rzx verändert sich.
- Der Materialanteil Rmr(c) wird zum relativen Materialanteil Rmr(p, dc)
- Die meisten der Kenngrößen basieren nun auf der Länge der Messstrecke (Auswertelänge). Nur die Kenngrößen Rpt, Rp, Rvt, Rv, Rz und Rzx werden anhand der Abschnittlänge festgelegt.
Default Messbedingungen
ISO 21920-3:2021 (Auszug der Änderungen)
- Der Teil 3 sind die Messbedingungen (Messstrecke, Filter, etc.) beschrieben, wobei hierfür nun Einstellungsklassen Sc1 bis Sc5 eingeführt wurden.
- Es gibt keine Unterscheidung mehr zwischen periodischen und aperiodischen Profilen zur Festlegung der Messbedingungen.
- Die Messbedingungen richten sich nicht mehr nach den Istwerten, sondern nach den Sollwerten auf der Zeichnung.
- Der Default-L-Filtertyp für die Kenngrößen für plateauartige Oberfläche ist zukünftig der Robuste Gaußfilter nach ISO 16610-31.
- Für R- und W-Parameter ohne festgelegte Prüfbedingungen ist die Einstellungsklasse oder mindestens der Nesting-Index (Grenzwellenlänge) in der Zeichnung anzugeben.
