Gitterschnittprüfung (Cross-Cut-Test)
Die Gitterschnittprüfung dient der Beurteilung der Haftfestigkeit und Elastizität von ein- oder mehrlagigen weichen Beschichtungen. Mit diesem Prüfverfahren wird untersucht, wie gut eine Beschichtung auf einem Untergrund haftet und wie sie sich unter Scherbeanspruchung verhält. Dabei liefert die Methode insbesondere Aussagen über mögliche Ablösungen, Rissbildungen oder Schwachstellen im Beschichtungsaufbau.
Als Steinbeis-Transferzentrum führen wir Haftfestigkeitsprüfungen mittels Gitterschnittprüfung als Dienstleistung durch.
- Lacke und weiche Beschichtungen bis 250 µm
Die Gitterschnittprüfung kommt bei der Qualitätskontrolle und Entwicklung von dünnen, flexiblen Lacken sowie weichen Beschichtungen mit Schichtdicken von bis zu 150 µm zum Einsatz. Typische Anwendungsbereiche sind die Lack-, Farben- und Beschichtungsindustrie, beispielsweise bei Schutz- und Dekorbeschichtungen auf Metall, Kunststoff oder Holz. Darüber hinaus kommt das Verfahren in der Produktion, in der Werkstoffprüfung sowie zur Überprüfung der Beschichtungsqualität in Forschung und Entwicklung zum Einsatz.
Mit dem Gitterschnittgerät werden sechs parallele Schnitte in die Beschichtung bis zum Substrat angebracht und diese anschließend durch sechs im rechten Winkel dazu angelegte Schnitte gekreuzt. Anhand der Anzahl der abgerissenen Segmente wird die Haftfestigkeit ermittelt.
Die Auswertung der Prüfung erfolgt visuell mit dem Auge durch Vergleich des Schnitt-rasterbildes mit den Referenzbildern aus ISO 2409:2020. Nach der Anzahl der abgeplatzten Quadrate und dem Erscheinungsbild wird ein Gitterschnittkennwert zugeordnet. Je nach Zustand des Schadensbildes unterscheidet man Gitterschnitt-Kennwerte von 0 (sehr gute Haftfestigkeit) bis 5 (sehr schlechte Haftfestigkeit), abgekürzt Gt 0 bis Gt 5.

Gitterschnittkennwert Gt2
- ISO 2409:2020
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