Ritztest (modifiziert)
Der Ritztest (Scratch Test) dient der Bewertung der Haftfestigkeit von weichen Beschichtungen, bei denen der klassische Ritztest versagt. Mithilfe dieses Prüfverfahrens wird die Widerstandsfähigkeit einer Beschichtung gegenüber mechanischer Belastung untersucht und der Punkt ermittelt, ab dem adhäsive Schäden auftreten. Dadurch lassen sich Aussagen über die Haftung zwischen Schicht und Substrat sowie über die innere Festigkeit der Beschichtung treffen.
Wir führen als Steinbeis-Transferzentrum Haftfestigkeitsprüfungen an weichen Beschichtungen mittels modifiziertem Ritztest als Dienstleistung durch.

- Weiche Beschichtungen
- Lackschichten
- Einschicht- und Mehrschichtsysteme
Der modifizierte Ritztest mit einem klingenförmigen Eindringkörper, dem sogenannten Wedge Blade, dient insbesondere zur Untersuchung der Haftfestigkeit und des Versagensverhaltens weicher Beschichtungen. Bei klassischen Ritztests mit sphärischen Indentern lässt sich der Zeitpunkt des Schichtversagens bei weichen Schichten häufig nur schwer bestimmen, da in den aufgezeichneten Messsignalen oftmals keine klar ausgeprägten Stufen auftreten und die Schadstellen optisch nur eingeschränkt erkennbar sind.
Durch den Einsatz des Wedge-Blade-Indenters wird eine höhere lokale Spannungsbelastung erzeugt, wodurch es deutlich schneller zur Delaminierung beziehungsweise zum Ablösen der Beschichtung vom Substrat kommt. Der Moment des Schichtversagens kann dadurch wesentlich eindeutiger optisch lokalisiert werden. Zudem zeigen die aufgezeichneten Kraft-Weg-Kurven häufig deutlichere Signaländerungen oder Stufen, die eine präzisere Bestimmung des Versagenszeitpunkts ermöglichen.
Der modifizierte Ritztest mit Wedge Blade eignet sich daher besonders für die Charakterisierung weicher oder duktiler Schichtsysteme, bei denen konventionelle Prüfmethoden nur eingeschränkt aussagekräftige Ergebnisse liefern.
Beim modifizierten Ritztest mit dem Wedge-Blade-Prüfkörper wird dieser mit konstanter Geschwindigkeit und steigender Normalkraft über die beschichtete Oberfläche geführt, um Adhäsions- oder Kohäsionsversagen zu erzeugen. Die kritische Kraft, die zum Versagen der Schicht führt, wird aus dem Verlauf der Kraft-Weg-Kurve abgelesen und durch eine optische Messung des Versagensortes ermittelt.
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